Boot am Springsee

WanderRuderfahrt Storkow – 6 Seen und 4 Schleusen

Ein Abend, zwei Tage, zwei Boote, sechs Seen, vier Schleusen und eine gut gelaunte Mannschaft schufen die besten Voraussetzungen für eine schöne Ruderwanderfahrt. Storkow bot uns ein ideales Ziel mit abwechslungsreicher Strecke, schöner Natur, gemeinsamen Mahlzeiten und lustigen Abenden.

Ankommen, einrichten und einstimmen

Die Anreise zum Ruderverein nach Storkow erfolgte in privaten Autos. Nach der Aufteilung der drei Schlafräume: ein Frauen-, ein Schnarcher- und ein Männerzimmer – fand sich letztlich auch bei den Männern ein laut atmender Schläfer wieder 😉 Der Einkauf deckte zwei Frühstücksrunden, Picknick und das gemeinsame Grillen ab.

Am Abend ging es zum Restaurant Weingarten. Leckeres Essen und guter Service stimmten auf das bevorstehende Wochenende ein. Auf dem Vereinsgelände flog später die Frisbeescheibe durch die Dämmerung, Holzknüppel fielen beim Wikinger-Schach, Knistern stieg vom Lagerfeuer auf und ein erster Tanz eröffnete das Wanderruder-Wochenende.

Auf glattem Wasser zum Springsee

Bernd übergab am Vormittag die Boote. Bei allerbestem Sommerwetter legten zwei Besatzungen ab: Astrid, Clemens, Guido, Katharina, Micha, Niklas, Nina, Peter, Silvi und Udo. Die Route verlief über den Storkower See Richtung Springsee. Spiegelglatt und ohne Wellen dehnte sich das Wasser aus. An der Schleuse Wendisch Rietz öffneten sich die Tore nach kurzer Wartezeit. Das Holz der Skulls lag fest in der Hand auf dem Weg nach Süden über den Scharmützelsee.

Die alte, schmale Schleuse schleuste erst um 12 Uhr, doch wir hatten Glück und konnten direkt einfahren. Dahinter schlängelte sich ein enges Fließ durch dichtes Grün mit tollen Ausblicken. Seerosen und Schilf strich an den Bordwänden entlang; die Steuerleute haben uns perfekt durchmanövriert.

Der Springsee ist ein traumhafter, von Wald umgebener Natursee. Am „Hundebadestrand“ legten wir an und machten Pause am Imbiss des Naturcampingplatzes. Einige nutzten die Gelegenheit für ein erfrischendes Bad im klaren Wasser.

Die Rückfahrt führte über den Großen Glubigsee mit einem Abstecher zum Kleinen Glubigsee zurück zur Schleuse. Da uns dort eine längere Wartezeit erwartete, entschieden wir uns für das Umtragen der Boote, für einige eine neue Erfahrung.

Der Abend brachte Glut auf dem Grill, Gespräche, Köpp im Gras und eine Runde des “Werwolfspiels”. Später gemeinsam mit dem Hafenmeister, bewegte die Mannschaft auf dem Steg sitzend im Takt “des Ruderliedes” die imaginären Skulls.

Durch Kanal und Schleusen zum Wolziger See

Am Sonntag war die Fischerhütte am Wolziger See unser Ziel. Burkhard sorgte mit frischen Brötchen für einen gelungenen Start in den Tag. Nach dem Aufräumen der Zimmer begann die Tour wieder bei Sonnenschein.

Über den alten Storkower Kanal, durch die Klappbrücke und die Automatikschleuse in Storkow erreichten wir die Schleuse Kummersdorf und schließlich den Wolziger See. Wir hatten Glück: Der See, der auch gerne für kräftige Wellen sorgt, zeigte sich von seiner ruhigen Seite.

Uneinigkeiten zwischen dem Fischer und der Fischerhütte verhindern das Festmachen am Steg. Stattdessen legten wir die Boote am Strand des JBZ ab und spazierten über den kleinen Waldweg zum Fischrestaurant in Blossin.

Die Teller mit gebratenem Zander und Wels leerten sich rasch. Zurück in Storkow und nach der Reinigung der Boote rundete ein Anlegerbier die Tour ab. Schließlich schlossen sich die Autotüren der Fahrgemeinschaften für den Heimweg.

Fazit: Wiederholungsgefahr

Eine schöne Sommertour mit abwechslungsreichen Wasserwegen, herrlicher Natur und vor allem einer tollen Gemeinschaft. Storkow hat uns mit seinem Ruderrevier und dem idealen Bootshaus wieder begeistert.

©️Astrid Creutz

Ruderboot am Steg beim RVB

Ein bisschen verrückt. Aber wunderschön.

36 Grad. Später 39. „Beste Voraussetzungen” also, um mit der „Dicken Marie” als Vierer ohne zum Sommerfest nach Birkenwerder zu rudern.

Arne, Nina, Peter und Astrid machten sich trotzdem auf den Weg. Die Vereinsflagge musste in der OHV-Freundschaftsgruppe gezeigt werden. Start um 11.30 Uhr. Ankunft um 17 Uhr. Für 20 Kilometer sehr wahrscheinlich ein Langsamrekord.

Wer glaubt, wir hätten getrödelt, irrt. Das war gelebte Vereinsfreundschaft in Etappen. Erster Stopp beim RC Tegelort: Baden, kühle Getränke, ein netter Plausch mit Vorstand und Ruderkameraden. Weiter zu den Freunden vom RVP Saffonia, die gerade im Arbeitsdienst waren, aber trotzdem Zeit für eine herzliche Begrüßung fanden.

Nach Abkühlung, Getränken und einem Imbiss ging es bei inzwischen 38 Grad weiter Richtung Hennigsdorf. Am Ruderclub Oberhavel verabschiedeten wir das Tegelorter Boot, das noch bis Oranienburg und dann nach Birkenwerder wollte. Für uns: Beine ins Wasser, Malzbier, Wasser – und dann noch acht Kilometer bis ins Ziel. Selbst die Brücken wurden zu willkommenen Rastplätzen im Schatten.

In Birkenwerder die Überraschung: Wir waren das zweite Boot am Steg. Nur unsere Gäste aus Bordeaux waren schneller – die waren allerdings um 10 Uhr gestartet. Der RRTVW also mal ganz vorne 😉

Frank und Guido, mit dem Rad angereist, staunten nicht schlecht. Dass 20 Kilometer fünfeinhalb Stunden dauern können, hatten sie nicht auf dem Schirm. Doch das geht hervorragend. Man braucht nur genügend Stopps und ein konsequentes Wohlfühltempo.

Und dann kam der Abend

Der Rest des Tages war alles, was ein Sommerfest bei 39 Grad sein soll: kalte Getränke, gute Gespräche, Dusche, Schaukel, Essen und Tanzen.

Die Rückfahrt war fast noch schöner. Die Sonne hatte ihre Kraft verloren, das Wasser lag spiegelglatt. Am Ufer klangen Sommerpartys, am Himmel mischten sich Abendrot und ferne Blitze zu einer beeindruckenden Kulisse. Als Donner und Blitze näher kamen, war die Entscheidung klar: Sicherheit geht vor.

Wir ruderten bis Saffonia und ließen das Boot über Nacht dort. Die Heimfahrt mit Bus und Bahn war ebenfalls ein kleines Abenteuer. Aber das ist eine andere Geschichte.

Wanderrudern misst sich nicht in Kilometern oder Stunden. Die schönsten Momente entstehen dort, wo man unterwegs Freunde trifft 🙂

Wanderruderfahrt: Pfingsten auf Schlei und Ostsee

Ruderboot mit Skulls in den Wellen auf der Ostsee

Es gibt Momente, in denen man weiß, daß man zu Hause nicht mehr einschlafen kann wie früher. Für einige von uns begann diese Erkenntnis am Abend des 24. Mai, als wir nach der Rückfahrt von der Ostsee ins Bett sanken und die Wellen noch immer weiter schaukelten, nur eben unter der Matratze statt unter dem Bootsrumpf. Doch alles der Reihe nach.

Spontane Dänen-Party statt trockene Anreise

Los ging es am 21. Mai mit einer Voranreise nach Schleswig, die gleich mit einer Überraschung aufwartete: Im Roklub angekommen, landeten wir mitten in einer Geburtstagsparty. Tanz, Schnaps, neue Freunde – eigentlich wollte ich gleich weiter, aber wer sagt nein zu dänischer Gastfreundschaft?

Am 22. Mai machte sich Bernadette, die mit diversen Bahn-Kapriolen spät angekommen war, auf Erkundungstour durch Schleswig und unterstützte dabei großzügig die lokale Wirtschaft. Udo war schneller unterwegs: Er war mit den Dänen schon auf dem Wasser.

Erstes gemeinsames Abendessen im Patio, wo dann auch Moni dazu kam. Und Clemens? Der kam erst später am Abend angefahren – mit Berliner Luft im Gepäck. Der erste Tag endete wie ein Werbefilm: Live-Musik, Füße im Sand, Blick aufs Wasser, volle Zufriedenheit.

Die Schlei zeigt sich von ihrer besten Seite

23. Mai, 7:30 Uhr Frühstück. Ralf und Conny waren direkt aus Sehnde mit frischen Brötchen angereist. Zehn Menschen, zwei gedeckte Vierer, Gepäck wasserdicht verpackt. Begleitet von Gerhild und Thomas legten wir beim DRC in Schleswig bei blauem Himmel ab.

Die Schlei prägt eine sanfte, eiszeitliche Hügellandschaft mit weiten Rapsfeldern, idyllischen Reetdachhäusern und grünen Ufern entlang des schmalen Fjords. Als Naturpark geschützt, verbindet sie maritimes Ostseeflair harmonisch mit ruhiger, ländlicher Natur.

Und genauso war sie für uns: Leichter Westwind, perfekte Dünung und die Große Breite ließ sich gut überqueren. Wir folgten der engsten Stelle der Schlei bis Missunde und irgendwann passierte das, was auf einer Wanderruderfahrt perfekt sein soll: Nichts. Keine Probleme, nur rudern, gucken und genießen. Am Schneiderhaken die erste Pause und da wartete Astrids Bruder mit Bier und Würstchen auf dem Motorrad.

Weiter ging es zur Brücke Lindaunis, diese absurde Millionen-Baustelle. Hier stoppen die Züge und die Passagiere müssen über die alte Brücke marschieren; das ist Performance-Art pur. Vielleicht noch getoppt von der Misere um die Fähre Missunde 3… Danach dann nach Arnis (Deutschlands kleinste Stadt) mit Kaffee und Kuchen.

Nach 36 Kilometern Ankunft im RVK Kappeln. Ein strammer Fußmarsch zur Jugendherberge, dann noch eine Runde durch die Innenstadt zum Essen. Wir waren müde, aber glücklich.

Schleimünde und die Ostsee wirkt nach

24. Mai, perfektes Wetter mit Westwind. Wir rudern von Kappeln Richtung Schleimünde und sind plötzlich auf der „A7 der Segelei“: Boote überall. Durch und dann raus auf die offene Ostsee, für einige das erste Mal. Über rollende Wellen, vorbei am Leuchtturm, das Vogelschutzgebiet links liegen gelassen, einfach Natur pur. Günther vom DRC begleitete uns und sammelte auch seine 30 Wanderfahrt-kilometer. Alles ehrlich gegen Wind und Welle errudert.

Mittagspause am Ostseestrand quasi mit Karibikfeeling. Heeerlich! Der Rückweg gegen den NW Wind wurde dann sportlich und das Steuern herausfordernd. Die Wellen auf der Schlei sind kürzer und härter, daher eine Pause in Maasholm. Da ist die beste Fischbude der Gegend und es gibt Softeis mit Lakritzstreusseln, sooo lecker! Danach ging es gestärkt weiter, aber die Wellen waren auch aufgefrischt: hüpfende Wellen, die dich beim Rudern herausfordern und offensichtlich auch noch Stunden später beim Einschlafen.

Abendessen am Hafen, Absacker mit Blick auf die Heringsstadt und dann ab ins Bett. Einige von uns sanken ins Kissen und segelten weiter, andere leerten die letzten Flaschen 😉

Heimfahrt mit Wichtelwolken

25. Mai, letzter Tag. Mit Gepäck beladen ging es zurück. Knallblauer Himmel, Schäfchenwolken, und vor ihnen diese Wichtelwolken – ihr wisst, diese süßen kleinen Dinger mit Bart. Die Sonne stach ordentlich, also Pause. Die richtige Stelle zur richtigen Zeit: Ulsnis Strand im Schatten. Petra war heute mit uns, unsere dritte tägliche Begleiterin, und war begeistert von Astrids Pausenwahl; eine Ecke, die ihr neu war.

Ruderwanderfahrt Schlei RRTVW

Aus der geschützten Bucht heraus, um die Sandbank herum kam stärkerer Wind und ordentliche Böen, aber wir fuhren sauber gesteuert über die Große Breite. Nach 38 Kilometern waren wir zurück in Schleswig. Boote raus, klarmachen und dann das letzte Scheidebier.

Das Fazit liebt Wellenschlag

Eine Wanderruderfahrt, die herrlich entspannt und zugleich sportlich war. Die „Diva“ Schlei zeigte sich mit großartigen Weitblicken von ihrer besten Seite und die Ostsee mit Rollwellen sowie ihren tollen Stränden macht Lust auf Me(h)r.

Eine gemischte Gruppe, die nicht nur rudern, sondern auch Pausen genießen konnte. Zwei Vierer und 104 Ruder-Kilometer in drei Tagen. Und für einige: Nächte mit Wellenschlag zwischen den Ohren.

©️Astrid Creutz